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Energie, Natur und Wasser gemeinsam denken

Energie möglichst dort erzeugen, wo sie benötigt wird

Die Energiewende ist notwendig. Aber sie sollte nicht ausschließlich danach geplant werden, an welchen Standorten sich möglichst große Mengen Strom erzeugen lassen.

Ebenso wichtig ist die Frage:

Wo wird die Energie tatsächlich benötigt – und welche Infrastruktur ist notwendig, um sie dorthin zu transportieren?

Stromnetze, Umspannwerke, Leitungen und Speicher benötigen Flächen, Energie und Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium und weitere Metalle. Auch diese Ressourcen stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung und ihre Gewinnung ist mit Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden.

BioMaps möchte deshalb dazu beitragen, Energieerzeugung, Energieverbrauch, Netzinfrastruktur und Naturraum gemeinsam zu betrachten.

Die Stadt muss Teil der Energieerzeugung werden

Ein großer Teil der Energie wird in Städten, Gewerbegebieten und industriell geprägten Räumen benötigt. Deshalb sollten diese Räume nicht nur Verbraucher, sondern stärker auch Erzeuger von Energie werden.

Neben Photovoltaik und anderen Technologien sollte deshalb untersucht werden, wo auch Windenergie innerhalb bereits bebauter und versiegelter Räume sinnvoll eingesetzt werden kann.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Hochhäuser und größere Gebäudekomplexe,
  • Gewerbe- und Industriegebiete,
  • Logistik- und Infrastrukturflächen,
  • bereits versiegelte oder stark veränderte Flächen,
  • geeignete Verkehrs- und technische Infrastrukturen.

Dabei geht es nicht darum, Windenergie im Wald grundsätzlich auszuschließen. Es geht darum, Alternativen und ihre gesamten ökologischen und infrastrukturellen Kosten fair miteinander zu vergleichen.

Naturraum besitzt ebenfalls einen wirtschaftlichen Wert

Ein Wald, in dem keine Energieanlage errichtet wird, ist deshalb nicht automatisch eine ungenutzte Fläche.

Er speichert Kohlenstoff, kühlt seine Umgebung, bietet Lebensraum, schützt Böden, beeinflusst den Wasserhaushalt und kann Niederschläge aufnehmen und zurückhalten.

Diese Leistungen sollten bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen einen messbaren Wert erhalten.

Kommunen, die wertvolle Naturflächen erhalten, sollten deshalb nicht finanziell schlechter gestellt werden als Kommunen, auf deren Flächen Energieanlagen errichtet werden können.

Denkbar wäre langfristig ein Naturraum- oder Ökosystemausgleich: Der Erhalt ökologisch wertvoller Flächen wird als gesellschaftliche Leistung anerkannt und entsprechend honoriert.

Wasser muss wieder in der Landschaft bleiben

Eine besondere Bedeutung hat dabei Wasser.

Unser Ziel darf nicht ausschließlich darin bestehen, Niederschlagswasser möglichst schnell über Bäche, Kanäle und Flüsse abzuleiten.

Wo es ökologisch sinnvoll und hydrologisch vertretbar ist, sollte Wasser länger in der Landschaft gehalten werden.

Dazu können beispielsweise beitragen:

  • natürliche und renaturierte Teiche,
  • Feuchtgebiete und Tümpel,
  • Rückhalteflächen,
  • wiederhergestellte Bachauen,
  • kleine Wasserspeicher in Wald und Landschaft,
  • Entsiegelung,
  • Wiedervernässung geeigneter Flächen,
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit von Böden.

Solche Strukturen können gleichzeitig dem Hochwasserschutz, der Grundwasserneubildung, der Biodiversität und der Abkühlung der Landschaft dienen.